| Die Wiener kommen gar nicht auf die Idee, gut
20 dafür zu bezahlen, dass sie die Bauten, die sie vom Alltag ohnehin kennen, auch
einmal vom Wasser aus sehen könnten. Das ist was für die Touristen, die dieses Angebot
gerne annehmen, gibt es doch kaum was Bequemeres, als sich mit einem Schiff über die
Gewässer tragen zu lassen und dabei ständig neue Eindrücke serviert zu bekommen. Für mich, eine Mischform zwischen Tourist und Wiener, hat diese Rundfahrt über Donaukanal und Donau eine besondere Bedeutung: Habe ich doch einige Jahre in Erdberg an der Grenze zu Simmering an der Stadionbrücke gelebt, dort viel Zeit am Donaukanal verbracht und viele der Gebäude, die ich heute noch sehe, haben eine große emotionale Bedeutung für mich. Es hat sich viel geändert in den Stadtteilen Wiens, die man mit der Donaurundfahrt berührt. Es gibt heute einige Brücken mehr als früher, aber die Rollfähre zwischen Erdberger Lände und Schüttelstraße habe ich nicht mehr gesehen, die Gegend ist durchgehend salonfähig geworden, in den 60er Jahren waren einige Teile davon noch absolute NoGo Areas, heute stehen dort Luxushotels und gut besuchte Geschäftszentren. Die Donauinsel ist ein großer Freizeitpark geworden und das linke Donauufer mit Floridsdorf und Donaustadt wurde in unglaublicher Weise entwickelt. Auf der Donauinsel ist heute eine Moschee, ein früher undenkbarer Gedanke in einer Stadt, die Jahrhunderte die Befreiung von den Türkenbelagerungen gefeiert hatte und sich als Bollwerk der Christen gegen den Islam verstanden hat. Eine buddhistische Pagode steht nun ebenfalls am Donauufer. Vielleicht ist Wien doch toleranter, als es uns die Medien vermitteln wollen. Der Schiffsverkehr hat zugenommen, vor allem die Personenschiffahrt. Man merkt hier deutlich, dass der Eiserne Vorhang gefallen ist. In der Freudenau ist ein großes Flusskraftwerk entstanden. Auf manche Veränderungen weisen die etwas spärlichen Lautsprecherdurchsagen hin, aber es gäbe noch viel mehr zu erzählen. Zum Beispiel den Einsturz der alten Reichsbrücke 1976, die ohne Vorwarnung einfach ins Wasser gefallen ist. Für mich war dieses Bauwerk, ein Wahrzeichen Wiens, der Ausdruck von massiver und solider Bauweise und ich wollte nicht verstehen, dass dies passieren konnte, als ich es in Deutschland aus den Nachrichten erfahren habe. Oder das Missgeschick mit der neugebauten Autobahnbrücke (Praterbrücke), die während der Montage einknickte hat und aufwändig nachgebessert werden musste. Die Fischerhütten haben aufgerüstet. An manchen sieht man heute sogar Solaranlagen. Es gibt jetzt Schnellbootverbindungen nach Bratislava, direkt vom Schwedenplatz weg. Die Lobau ist ein Nationalpark ("Donauauen") geworden. Die Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde von Hundertwasser geschönt und heißt jetzt Fernheizwerk, an den früheren Stadtbahnbögen sind futuristische Bauwerke auf Stelzen entstanden. Der Donaukanal (neuerdings die "Kleine Donau") bietet an manchen Stellen "Sandstrände", überall gibt es Radwege. Neubauten für Medien sind entstanden und strahlen ihre Botschaften via Bildschirm über die Stadt. Früher war schon das Blinken des Ringturms eine Sensation, was es immer noch bedeutet (Wettervorhersage), kann man hier nachlesen. Die zwei Bezirke, die man mit der Donaurundfahrt umrundet, der kleinere 20. Bezirk Brigittenau im Norden und der große 2. Bezirk Leopoldstadt im Süden mit dem bekannten Prater, sowie die riesigen Bezirke 21 (Floridsdorf) und 22 (Donaustadt) am Ostufer der Donau sind viel mehr ins Zentrum gerückt. Vor allem die UNO-City hat der Stadt wichtige Impulse gegeben. Von all dem erfährt der Tourist auf dem Schiff sehr wenig. Er sieht eher ruhige Gewässer, interessante Gebäude, kann auf dem Schiff gut essen und sich mit den Mitreisenden, von denen heute auch viele aus dem Osten der EU kommen, unterhalten. Wer die ganze Rundfahrt macht, ist etwa 3,5 Stunden unterwegs, davon 20 Minuten in der Schleuse Freudenau und 10 Minuten in der Schleuse Nussdorf. Man fährt im Gegenuhrzeigersinn. Es gibt zwei Haltepunkte, an denen man zu- und aussteigen kann, Schwedenplatz und Reichsbrücke. Wollte man nur ein Teilstück nehmen, dann wäre es für mich schwierig anzugeben, welches das Schönere ist, es sind beide auf ihre Weise interessant. Bei schönem Wetter braucht man unbedingt Schutz vor der Sonne, wie immer am Boot merkt man schlecht, wenn man davon zu viel abbekommt. Bei Hochwasser kann es zu Einschränkungen im Bootsverkehr kommen. Unbedingt eine Kamera mitnehmen, es gibt viele Fotomotive! Meine Fotos wurden am 7.Juni 2009 gemacht, da feierten die Österreicher den Vatertag. Würde ich noch in Wien wohnen, ich würde mir eine DDSG Blue Danube Jahreskarte kaufen. Damit erreicht man auch die Wachau, eine schöne Kulturlandschaft an der Donau im Nordwesten von Wien. Übrigens DDSG steht für "Donaudampfschifffahrtsgesellschaft", das längste Wort, das jeder echte Wiener kennt. Um ihr ein modernes Image zu geben, hat man "Blue Danube" angefügt, das steht eigentlich für "Blaue Donau". Allerdings habe ich selten die (fließende) Donau blau gesehen, vor allem im Frühjahr und Frühsommer ist sie eher grün und bei Hochwasser eher braun. Wien, Hundertwasserschiff an der Anlegestelle SchwedenplatzWien, Ausflugsschiffe Wien, Twin City Liner, der Schnell-Katameran nach Bratislava (Slowakei) Wien, Ausflugsschiff Schlögen, mit dem war ich unterwegs Wien, DDSG Blue Danube Wien, OPEC Gebäude am Donaukanal Wien, IBM Forum am Donaukanal Wien, Aspernbrücke, Media Tower und UNIQA Tower Wien, Donaukanal, Schwedenbrücke Wien, Donaukanal, Badeschiff Wien, Urania, Sternwarte und Volkshochschule Wien, Mündung des kleinen Flusses Wien in den Donaukanal an der Urania Wien, Bundesministerium für Gesundheit Wien, Donaukanal, links der 2., rechts der 3. Bezirk Wien, Atominstitut der Österreichischen Unis, mit dem Versuchsreaktor Wien, Kraftwerk Simmering Wien, Touristen aus aller Welt auf dem Donaukanal unterwegs Wien, Fischerhütte mit allem Komfort Wien, Praterspitz, hier mündet der Donaukanal in die Donau Wien, Donaukraftwerk Freudenau Wien, Doppelschleuse Freudenau Wien, Donauschleuse Freudenau, 8m Höhenunterschied, 20min Transferzeit Wien, Buddhistische Pagode am Handelskai Wien, Donaubrücken (mit Donaustadtbrücke im Hintergrund und Praterbrücke) Wien, Moderne Industrieanlagen am Handelskai Wien, Handelskai mit Hilton Hotel Wien, Uno City Wien, Donaustadt Wien, Handelskai Wien, Slowakisches Tragflügelboot Wien, Jubiläumskirche am Mexikoplatz Wien, Anlegestelle Reichsbrücke Wien, Reichsbrücke und Hochhaus Neue Donau in Kaisermühlen Wien, Flusskreuzfahrtschiff Wien, Donauturm, u.a. mit Ausleger fürs Bungee-Springen Wien, Milleniumstower Wien, Moschee auf der Donauinsel (vom Schiff aus nicht sichtbar) Wien, Otto Buchegger, Autor und Fotograf dieser Seite Wien, Bundesrealgymnasium Wien 21, auf einem Doppelschiff Wien, Leopoldsberg Wien, Kahlenberg Wien, Naherholung am Donaukanal Wien, Löwen am Nussdorfer Wehr Wien, Nussdorfer Spitz, hier beginnt der Donaukanal Wien, Donaukanal Wien, Nussdorfer Schleuse, Schiffe werden hier um 4 Meter gesenkt Wien, Kommandostand Wien, Kronenzeitung Wien, Bürogebäude Wien, Ö3, Rundfunkgebäude Wien, Fernwärme Wien, Spittelau Wien, Zaha Hadid Haus über den ehemaligen Stadtbahnbögen in Spittelau Wien, Donaukanal oder Kleine Donau Wien, Rossauer Kaserne Wien, Ringturm Wien, Donaukanal, hinter den Mauern fährt die U4 Wien, Otto Wagner's Schützenhaus am ehemaligen Kaiserbadwehr Wien, Tel Aviv Beach am Donaukanal Anlegestelle des Nationalparkboots in die Lobau Wien, Eventschiff BUHO VERDE
bei der Salztorbrücke, Wien, Donaukanal Wien, Graffiti Kunst am Donaukanal Wien, Eissalon am Schwedenplatz Wien, Abendstimmung am Donaukanal |
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© 2009 Otto Buchegger Tübingen