| Linz ist die Stadt meiner Jugend. Bedingt
durch die Kriegswirren bin ich zwar dort nicht geboren, sondern in Peuerbach (wer es ganz
genau wissen will, in der Christoph-Zeller-Straße 3), aber bis zur Matura (= Abitur,
1962) war es mir eine liebe Heimat.
Passage Kaufhaus an der Landstraße in Linz Der Stadtteil meiner Jugend war die Neue Heimat. In meiner frühen Kindheit standen dort nur einige Wohnblöcke (unserer war der D-Block, heute Negrelliweg 10), dazwischen waren Ödland, Bombentrichter und Schottergruben, kleine Lehmhügel, in die man Höhlen graben konnte, mit einem Wort ein kleines Paradies für uns Kinder, die am Ende des Krieges geboren wurden. Zur Erinnerung an die Stadt Linz Die Schottergruben waren bis zum Grundwasser gegraben, mit Fröschen, Schilf, jeder Menge Insekten, vor allem vielen Schmetterlingen. Später wurden sie mit Müll gefüllt und noch später hat man weitere Wohnhäuser darauf gestellt. Heute ist die Neue Heimat voll bebaut, allerdings auch mit einigen netten Parks, den wichtigsten, mit Schwimmbad, hatten wir direkt vor der Haustür. Alter Dom, Jesuitenkirche in Linz Ich bin in der Neuen Heimat in die Volksschule gegangen und war dort sehr glücklich. Schwimmen gelernt habe ich im nahen Mühlbach in den Traunauen. Linz Promenade, zur Erinnerung an die Pummerin Linz Neues Rathaus mit Pöstlingberg Ich habe seinerzeit gerne in Linz gewohnt und konnte gar nicht verstehen, das so viele Menschen von dort weg wollten. Es war vor allem der Dreck der Schwerindustrie und der Gestank der Chemieindustrie, die dafür sorgten. Mir aber waren vor allem die Menschen lieb, ehrlich, direkt, oft mit bäuerlicher Herkunft, aber auch viele hervorragende Organisatoren und Industrielle. Linz, Arkadenhof im Landhaus Mit dem Wechsel ins Gymnasium hat sich mein Horizont stark erweitert. Im Gegensatz zu vielen anderen Jugendlichen habe ich mich sehr für Geographie interessiert und unheimlich viele Bücher gelesen. In der Stadtbibliothek und später in der Landesbibliothek gab es kaum ein Buch, das nicht in meinen Hände war. Oberösterreichische Landesbibliothek am Schillerplatz in Linz Ich bin von 1954 bis 1962 in das Bundesrealgymnasium Fadingerstraße gegangen (früher Realschule) und immer wenn wir etwas angestellt hatten, hat unser Klassenvorstand eine Seite in unseren Heften mit seiner Unterschrift gekennzeichnet und wir mussten dann diese Seite abschreiben. Bundesrealgymnasium Fadingerstraße 4 in Linz Dazu hat er stets die Worte "Zum 100.Geburtstag von Hitler" (das wäre 1989 gewesen) gesagt, deren Sinn mir bis heute nicht einleuchten. Unser Klassenvorstand war kein Nazi, denke ich, Hitler war eben ein Linzer, der es zu Weltruhm gebracht hatte. In der Realschule hat er allerdings total versagt, nach zweimal Sitzenbleiben wurde er von der Schule verwiesen. Manfred Pilsz, einer der prominenten Lehrer am heutigen Mediengymnasium Fadingerstraße Ein weiterer wichtiger Abschnitt war die Teilung der Stadt in einen russischen und in einen amerikanischen Teil, die nach dem Krieg 10 Jahre bis 1955 gedauert hat. Urfahr, nördlich der Donau, war russisch und es hat lange gedauert, bis die Bevölkerung sich vom Trauma dieser Besatzung erholt hat. Ich hatte viel mit Amerikanern zu tun und lernte dabei früh etwas Englisch. Gedenkstein an der Nibelungenbrücke Schlossmuseum Linz, mit Blick auf den Pöstlingberg Für mich ist die große Zäsur die Gründung der Universität 1975, die Linz in die Rolle gebracht hat, die ihr bis heute gut steht: Ein ausgeprägter Industriestandort, mit einem vorzüglichem Kulturangebot inmitten einer schönen Landschaft. Es ist für mich immer wieder erfreulich, Studentinnen und Studenten in der Stadt zu sehen, zu meiner Zeit haben sie gefehlt. Und ich habe für sie auch gerne mein Versprechen eingelöst, in Linz einige Jahre Vorlesungen zu halten, im Gegenzug für die teilweise Finanzierung meines Studiums durch die Stadtgemeinde, seinerzeit unter dem Bürgermeister Ernst Koref. Nordico, Museum der Stadt Linz Wenn ich nach Linz komme, besuche ich gerne die Gräber meiner Verwandten am Urnenfriedhof und am Barbara Friedhof. Bekannte außerhalb meiner Familie habe ich inzwischen wenige. Ich war doch zu lange weg im Ausland. Alle fünf Jahre gibt es eine Maturatreffen, erfreulicherweise leben noch viele Klassenkameraden und einige Lehrer. Grabstätte Otto Buchegger und Anna Buchegger am Urnenhain Urfahr Es hat mir ein großes Vergnügen bereitet im Juli 2006 diese Präsentation über Linz zu machen. Die Arbeit war wegen der großen Hitze anstrengend, aber vielleicht kann damit die Rolle als Europäische Kulturhauptstadt etwas unterstützt werden. Anbei noch einige Fotos mit weiteren Linz Impressionen. Zu jedem Bild gäbe es eine lange, persönliche Geschichte zu erzählen, aber ich fürchte, dies würde selbst meine geduldigen Leser überstrapazieren. Aus Linz in Alten Ansichten Impressionen aus Linz, Neuer Dom ÖBB Verwaltung Linz Kinderfreunde im Schillerpark Helga Buchegger und Gerhard Buchegger Originelles Plakat für Blinde Familiengeburtstag in Almesberg Radfahren erlaubt am Linzer Hauptbahnhof Traudi und Walter Molterer Grab von Olga Schwarz am Linzer Barbara Friedhof Sonnenuntergang im Freizeitparadies Pichlinger See Haben Sie hier nicht das gefunden, was Sie gesucht haben, dann versuchen Sie es bitte mit |
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